Ulla Seifert
Einmal Holzweg und zurück …
Ist es wirklich wahr, dass ich bereits über 50 Jahre bin? Ich kann es selbst nicht glauben und stelle mir die Zahl immer vor meinem geistigen Auge vor. Wo sind sie geblieben, diese 50 Jahre? Was habe ich alles erlebt in Glück, Freude, Harmonie, jedoch auch in Trauer, Wut und Einsamkeit? Was habe ich in all den Jahren erreicht – persönlich, beruflich und finanziell? Habe ich meine Träume gelebt oder sie komplett vergessen? Was ist aus meinen Zielen geworden, hatte ich überhaupt welche? In meinem Kopf schwirrt es wie in einem Bienenstock, ich fühle mich gerade ziemlich leer und ausgepumpt. Ich lasse mein Leben an mir vorüberziehen und spüre eine grenzenlose Traurigkeit in mir aufsteigen.
Wie viele Jahre war ich einfach nur unzufrieden in meinem Job und mit meinem Leben im Allgemeinen? Es gab Zeiten, da fühlte ich mich leer, ausgebrannt und völlig überflüssig! In meinem Kopf fanden ständig die gleichen Diskussionen, Vorwürfe und Selbstzweifel statt, und das zog mich ganz gewaltig nach unten. Ständig überlegte ich, woran es liegen konnte, dass ich so unglücklich, voller Ängste und Sorgen war. Ich glaubte, nie genug Geld, Zeit und Freunde zu haben und der Zweifler in mir war Tag und Nacht aktiv. Nach außen hin hatte ich alles, wovon viele Menschen nur träumen können, doch in meiner Seele sah es oft düster, kalt und leer aus.
Mein Beruf war gesichert, ich hatte eine Arbeit, die wenig anstrengend war und mir viel Freizeit bot. Eine Vier-Tage-Woche und alle Schulferien frei. Ich lebte von Montag bis Donnerstag in meiner Lieblingsstadt München und am Wochenende in meiner Lieblingsregion, dem Allgäu. Herz, was willst du mehr? Manchmal kam ich mir total undankbar und egoistisch vor. Ich machte mir schlimme Vorwürfe, was zur Folge hatte, dass ich fortwährend kränkelte. In den letzten sechs Jahren hatte ich vier Sportunfälle, zwei Operationen, tausende von Panikattacken und eines Tages fühlte ich einen Knoten in meiner Brust. Ich erschrak mich zu Tode und es kam mir für eine Sekunde der Gedanke: „War es das jetzt?“













