Erfolgreiche Frau der Woche

Aufräumerin aus Leidenschaft?

Mein eigenes Tätigkeitsgebiet, finanzielle Unabhängigkeit und die Freiheit, meine Ideen umsetzen zu können, waren von jeher meine Motivation. Das fing schon als KV-Lehrtochter an, die Direktionsassistentin und auch spätere Projektleiterin sah das Ziel immer klar vor sich. 2009 erfüllte ich mir mit 45 Jahren meinen Traum der eigenen Firma. Und machte meine Passion „Ordnung machen“ und „Optimieren“ zum Beruf. Ich unterstütze Menschen privat wie auch geschäftlich auf ihrem persönlichen Weg zu mehr Übersicht und Gelassenheit.

 

Die Leute schauen mich immer wieder ungläubig oder bestenfalls amüsiert an, wenn ich ihnen sage, was mein Beruf ist. „Ich räume für mein Leben gern auf“, antworte ich mit einem freundlichen Lächeln im Gesicht. Doch es ist weder Spass noch nehme ich die Leute auf den Arm. An einer Tischmesse hat mir der Nachbar mal gesagt „Sie haben sicher keine Kinder!“. Nein, habe ich nicht, vielleicht bin ich gerade deshalb Aufräumerin aus Leidenschaft geworden. Ich gebe es zu, ich mag es ordentlich. Und meine früheren ArbeitskollegInnen mochten mich noch viel mehr, als ich ein eigenes Büro bekam. Denn ab diesem Moment waren sie (fast) sicher vor meinen gefürchteten und heimlich doch respektierten „So-jetzt-muss-das-Zeug-mal-weg“-Aktionen.

Doch Aufräumen ist nur ein Teil davon. Während meiner Laufbahn habe ich in verschiedensten Branchen gearbeitet und oft erlebt, dass hochqualifizierte Frauen und Männer ihr Fachgebiet im Griff haben, es jedoch bei der persönlichen Arbeitsorganisation und Projektkoordination hapert. Wo und in welcher Form sollen all die Unterlagen aufbewahrt werden, wie behalte ich die Übersicht? Der Schreibtisch quillt über vor lauter Dossiers und mahnt zur Disziplin. Die Angst, etwas könnte vergessen oder verloren gehen, schwingt mit. Das brachte mich auf die Idee, Menschen direkt an ihrem Arbeitsplatz zu begleiten. Wir klären die Zielsetzungen und legen gleich los. Nach einem halben Tages fühlt sich der Kunde wieder wohl in seiner Umgebung und arbeitet mit dem neuen System effizient weiter. Er liest sich aus den verschiedenen Optionen, die ich ihm aufzeige, die für ihn stimmigen aus und setzt sie direkt um. Das spart Zeit, Geld – und Nerven. Übrigens: Ordentliche Menschen haben nachweislich bessere Karrierechancen – sie wirken einfach aufgeräumter.

Das Schönste an meiner Arbeit? Ich zaubere den Menschen ein Lächeln aufs Gesicht – sie sind happy, zufrieden mit sich. Und realisieren plötzlich – es ist möglich, auch für mich!

Das Buch „Wie mache ich mich selbständig“ vom Beobachter-Verlag und ein intensives Coaching erleichterten mir den Weg. Ein Teilzeiteinstieg in die Selbstständigkeit ist eine prüfenswerte Option, die von beiden Seiten das Beste vereint – eine feste Anstellung mit allen Vorteilen (fixes, kalkulierbares Einkommen, bezahlte Ferien/Krankheit, 13. Monatslohn, ½ der Pensionskassenbeiträge werden durch den Arbeitgeber übernommen etc.). Parallel lässt sich die Selbständigkeit auf- und ausbauen. Ein grosses Netzwerk ist Gold wert und hilft, gerade wenn frau eine nicht so bekannte Dienstleistung anbietet, den Bekanntheitsgrad sehr schnell, effizient und kostengünstig zu steigern.

Mir bleibt auch Zeit zur Musse. Gemeinsam mit meinem Partner geniesse ich stundenlange Spaziergänge am Bodensee, zweimal pro Woche gehen wir tanzen. Wir kochen und essen gemeinsam fürs Leben gern. Verbringen Zeit mit Freunden oder auch zu zweit.

Heerbrugg, 4. Januar 2012 MNA

  • Share/Bookmark
This entry was posted in Erfolgreiche Frau der Woche, Januar and tagged , , . Bookmark the permalink.

Leave a Reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *

*

You may use these HTML tags and attributes: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>